Als alles noch einfach war
Es war eine schöne Zeit. Eine einfache Zeit. Man wollte ein Gerät, man kaufte es auf Digitec.ch – oder später Galaxus.ch, die sind ja irgendwann zusammengewachsen, aber das Versprechen blieb dasselbe. Und manchmal, ich übertreibe nicht, lag die Bestellung noch am selben Abend im Briefkasten. Ohne Verpackung. Einfach so. Als wäre das die normalste Sache der Welt.
Das war Galaxus in seinen besten Tagen: One-Day Delivery, Samstaglieferung, ein Sortiment das keine Wünsche offen liess, und Preise, bei denen man gar nicht erst auf Toppreise.ch schauen musste. Ich war Fan. Echter Fanboy. Kein Schönwetter-Enthusiast, sondern jemand, der Freunden aktiv empfohlen hat: «Kauf einfach bei Galaxus, fertig.»
Und dann kam der Wendepunkt
Dieser Galaxus-Fanboy darf ich heute leider nicht mehr sein.
Ehrlich gesagt hat sich das schon eine Weile angebahnt. Versprochen, nicht geliefert – das ist bei Galaxus in letzter Zeit zur Gewohnheit geworden. Samstaglieferungen, die dann doch erst am Montag kamen. Lieferdaten, die sich still und heimlich nach hinten verschoben haben. Jedes Mal dachte ich: Ausnahme. Kann passieren. Aber irgendwann ist eine Häufung von Ausnahmen keine Ausnahme mehr – das ist einfach der neue Standard.
Der Grill, das Fleisch und der 13. März
Und dann, Donnerstag 12. März, vor 18 Uhr: ich bestelle einen Grill. Die Seite zeigt mir als Lieferdatum den 13.03. – also Freitag. Klingt nach einem Plan. Ich bestelle das Fleisch bei Coop.ch, plane das Wochenende, freue mich.
Der 13. März vergeht. Kein Paket. Keine Versandbestätigung. Keine App-Notification. Nichts. Ich schaue mehrmals nach – vielleicht hat das Paket ja Verspätung und kommt abends noch? Fehlanzeige. Der Grill existiert irgendwo im Galaxus-Universum, aber offenbar ohne Eile.
Samstagmorgen, 14. März – das Fleisch bereits im Kühlschrank, das kulinarische Wochenende fest geplant – kommt endlich eine Nachricht von Galaxus: «Deine Bestellung ist versandbereit.»
Versandbereit. Nicht geliefert. Nicht unterwegs. Versandbereit. Am Tag nach dem versprochenen Lieferdatum.
Nebenbei: Das Fleisch von Coop.ch? Pünktlich geliefert. Auf die Stunde genau. Merci, Coop.
Montag bis Mittwoch. Ein Fenster. Kein Plan.
Als wäre das nicht genug, meldet sich kurz darauf die Post per E-Mail – und nennt ein neues Lieferdatum: Montag bis Mittwoch. Ein Fenster von drei Tagen. Galaxus hatte mir Freitag versprochen. Die Post sagt jetzt: irgendwann nächste Woche. Stillschweigend, ohne Erklärung, ohne Entschuldigung.
Was mich am meisten stört, ist nicht mal die Verzögerung. Verzögerungen passieren. Was mich stört: das Versprechen, das nicht eingehalten wird – und das niemanden zu stören scheint. «13.03.» als Lieferdatum anzuzeigen, wenn man das gar nicht gewährleisten kann, ist schlicht falsch. Das ist nicht Optimismus – das ist irreführende Werbung mit einem Lächeln im Gesicht.
Zum Vergleich: Temu liefert inzwischen oft innerhalb von fünf Tagen – aus China. Das ist keine Kritik an Schweizer Händlern, das ist eine Frage der Logistik-Prioritäten. Wenn es von der anderen Seite der Welt in fünf Tagen klappt, sollte es aus einem Schweizer Lager in einem machbar sein. Und Brack.ch beweist das täglich.
Galaxus ist bei mir mittlerweile nur noch erste Wahl, wenn der Preis wirklich signifikant besser ist. Für alles andere: Brack.ch als verlässlicher Erstanlauf, dann Fust.ch, und – wer hätte das gedacht – Nettoshop.ch, die ich ehrlich gesagt fast vergessen hatte. Selbstredend – die letzten Beiden bei Haushalts-/Elektrogeräten.
Was bleibt
Schade, Galaxus. Früher war es selbstverständlich, dass man das beste Angebot bei euch findet – kein Vergleichen, kein Preise checken, einfach bestellen und gut ist. Heute muss man erst auf Toppreise.ch oder per KI auf Preis-Jagd gehen, nur um dann festzustellen, dass Galaxus gar nicht mehr zwingend die beste Wahl ist. Und wenn man dann doch bestellt: hoffen, dass es klappt. Das war früher anders. Das war früher kein Bangen und Zaudern.
Das Fleisch grille ich jetzt in der Pfanne. Macht keinen Spass.
— Cy
